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Animalia
Arthropoda
Insecta
Lepidoptera
Crambidae
Cydalima
Cydalima perspectalis

Buchsbaum Motte

Cydalima perspectalis
Lokale Schädlingsbekämpfung
Cydalima perspectalis
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Zusammenfassung

Der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) ist ein ostasiatischer Kleinschmetterling aus der Familie der Crambidae, der zu Beginn des 21. Jahrhunderts nach Mitteleuropa eingeschleppt wurde und sich heute zur invasiven Spezies entwickelt hat. Die Raupen können Schäden durch Kahlfraß an Buchsbäumen verursachen.

Buchsbaum Motte

Cydalima perspectalis
Lokale Schädlingsbekämpfung

Stichworte

schädlich
Baumschädling
Gartenschädling
Ernteschädling
Schädling

Wissenschaftliche Klassifizierung

Die Leute fragen oft

Was frisst der Buchsbaumzünsler?
Was ist der wissenschaftliche Name des Buchsbaumzünslers?
Wo ist der Buchsbaumzünsler beheimatet?
Wie sieht der Buchsbaumzünsler aus?
Was ist der Lebenszyklus des Buchsbaumzünslers?
Wie ist die Larve des Buchsbaumzünslers?
Welche Art von Schaden verursacht der Buchsbaumzünsler an Buchsbäumen?
Wie breitet sich der Buchsbaumzünsler aus?
Wie kann ich feststellen, ob mein Buchsbaum vom Buchsbaumzünsler befallen ist?
Was soll ich tun, wenn ich vermute, dass mein Buchsbaum vom Buchsbaumzünsler befallen ist?
Wie kann ich verhindern, dass der Buchsbaumzünsler meine Buchsbäume befällt?
Hat der Buchsbaumzünsler natürliche Feinde?
Kann der Buchsbaumzünsler dem Menschen schaden?
Wie ist die aktuelle Verbreitung des Buchsbaumzünslers?
Was ist die Auswirkung des Buchsbaumzünslers auf die Umwelt?
Was wird unternommen, um die Ausbreitung des Buchsbaumzünslers zu kontrollieren?
Was ist die biologische Bekämpfung des Buchsbaumzünslers?
Welche regulatorischen Maßnahmen gibt es gegen den Buchsbaumzünsler?
Was ist die wirtschaftliche Auswirkung des Buchsbaumzünslers?
Gibt es eine chemische Bekämpfung für den Buchsbaumzünsler?
Kann der Buchsbaumzünsler ausgerottet werden?
Welche Rolle spielt Bürgerwissenschaft bei der Überwachung des Buchsbaumzünslers?
Welche Rolle spielt die Forschung bei der Bekämpfung des Buchsbaumzünslers?
Wie kann ich eine Sichtung des Buchsbaumzünslers melden?
Was ist die Geschichte der Invasion des Buchsbaumzünslers in Europa?
Was ist die Bedeutung von Buchsbäumen?
Können Buchsbaumzünsler auch andere Pflanzen außer Buchsbäumen befallen?
Wie ist der Quarantänestatus des Buchsbaumzünslers?
Wie kann ich mehr über den Buchsbaumzünsler erfahren?
Wie sind die Zukunftsaussichten für den Buchsbaumzünsler?
Kann der Buchsbaumzünsler eine Bedrohung für die Landwirtschaft sein?

Beschreibung

Falter Der Falter erreicht eine Flügelspannweite von etwa 40 bis 45 Millimetern. Die Vorderflügel sind zumeist seidig weiß gefärbt und mit einem breiten schwarzbraunen Band am Vorderrand sowie am Saum versehen. Auffällig sind eine kleine, braun gefärbte Ausbuchtung in das Mittelfeld sowie ein daneben befindlicher halbmondförmiger, weißer Fleck. Die Hinterflügel sind ebenfalls seidig weiß und zeigen einen breiten braunen Saum. Zuweilen erscheinen auch gänzlich braun gefärbte Exemplare, bei denen jedoch der weiße Fleck vorhanden ist. Raupe Die Raupen sind bis zu fünf Zentimeter lang, gelbgrün bis dunkelgrün sowie schwarz und weiß gestreift, mit schwarzen Punkten, weißen Borsten und schwarzer Kopfkapsel.

Geographische Verbreitung und Vorkommen

Der Buchsbaumzünsler ist in Ost-, Südost- und Südasien (Japan, China, Korea, Indien, Ferner Osten) beheimatet. In Europa tritt er – vermutlich durch den internationalen Handel mit Baumschulware – als Neozoon auf: Erstmals wurde er 2006 aus Deutschland gemeldet, daraufhin 2007 aus der Schweiz und den Niederlanden; 2009 aus Frankreich, Großbritannien und Österreich; 2011 wurde der Buchsbaumzünsler erstmals aus Ungarn, Rumänien und der Türkei gemeldet; er ist auch aus der Slowakei und Belgien bekannt. In Mitteleuropa wurden seine Raupen erstmals in Deutschland gefunden, zunächst in Baden-Württemberg, im Raum Basel und am Oberrhein, anschließend auch in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und in den Niederlanden. Bei Basel führte er im Zusammenhang mit einem gleichzeitigen Befall des Bestandes mit der Schlauchpilzart Cylindrocladium buxicola bis 2011 auch zum völligen Absterben eines jahrhundertealten Buchsbaumwaldes bei Grenzach-Wyhlen. In der Schweiz dehnte sich das Verbreitungsgebiet des Buchsbaumzünslers im Jahr 2012 stark aus. Große Schäden wurden aus verschiedenen Landesteilen gemeldet.Auch in Österreich wurden Raupen gefunden: 2009 in Vorarlberg, 2010 in Niederösterreich. Mittlerweile ist er in Vorarlberg, Niederösterreich und Wien verbreitet und tritt außerdem auch in der Steiermark, Kärnten, dem Burgenland und Oberösterreich auf. 2013 wurde der Buchsbaumzünsler erstmals auch in Spanien und in Dänemark nachgewiesen, dort speziell auf Sjælland. Der Erstnachweis für die Fauna Bayerns war ein am 4. Juli 2010 gefundener Falter in Nürnberg im Stadtteil Gebersdorf.Weitere Meldungen belegen, dass der Buchsbaumzünsler bereits in vielen Bundesländern anzutreffen ist.

Lebensweise

Die Falter sitzen auf der Unterseite von Blättern, meist nicht auf Buchsbäumen, sondern an anderen Pflanzen. Sie können gut und schnell fliegen und kommen nachts auch ans Licht. Die Lebensdauer der Weibchen beträgt etwa acht Tage. Zur Eiablage suchen sie gezielt nach Buchsbäumen; pro Jahr können bis zu vier Buchsbaumzünslergenerationen entstehen. Die Raupen der letzten Eiablage des Jahres überwintern in Kokons zwischen den Blättern oder in Ritzen in der Nähe der Pflanzen. Sie halten sich zum Schutz in Kammern auf, die aus Blättern geformt und mit Fäden verklebt werden, die von der Raupe selbst erzeugt werden. Bei Gefahr kann sie sich an einem solchen Faden auch schnell hinablassen. Die Kokons sind recht dicht gesponnen und erschweren die Bekämpfung dieser Schadinsekten. In Mitteleuropa durchlaufen die Raupen ab Mitte März bis Anfang April (beginnend ab einer Temperatur von 7 °C) bis zur Verpuppung sechs bis sieben Larvenstadien. Man kann davon ausgehen, dass von Frühjahr bis Spätsommer ca. alle 2 bis 3 Monate eine neue Buchsbaumzünslergeneration entsteht. Auch bevorzugen die Buchsbaumzünsler-Weibchen zum Eierlegen Buchsbäume, die noch nicht befallen wurden, was wiederum die Ausbreitung begünstigt. Die Raupen verursachen Kahlfraß an verschiedenen Buchsbaum-Arten, so an dem hier beheimateten Gewöhnlichen Buchsbaum (Buxus sempervirens), in Asien dagegen auch an dem in Deutschland seltenen Kleinblättrigen Buchsbaum (Buxus microphylla). Dieser ist hier in den Varietäten koreana und japonica im Handel verbreitet. In China verursacht der Buchsbaumzünsler auch an dem in Deutschland nicht vorkommenden Buxus sinica Fraßschäden. Je nach Region erscheinen in China drei bis fünf Generationen pro Jahr. In Japan geht man von zwei bis vier Generationen pro Jahr aus. In Ostasien bildet er drei bis vier Generationen pro Jahr, in Mitteleuropa abhängig von Witterung und Temperaturverlauf mindestens zwei. Für Deutschland wird überwiegend von drei Generationen berichtet, während in der Schweiz und Österreich überwiegend zwei Generationen erschienen.

Giftigkeit

Die Larven des Buchsbaumzünslers lagern einige der über 70 bekannten Gifte des Buchsbaums ein, insbesondere dibasische Triterpene (Alkaloide), während monobasische eher verstoffwechselt und weniger eingelagert werden. Die jungen Raupen bevorzugen die älteren Blätter im Inneren des Busches, die einen höheren Gehalt der Toxine aufweisen. Damit werden gerade die kleineren Raupen für potentielle Fressfeinde geschmacklich unattraktiv und auch giftig. Trotzdem wurden Singvögel (insbesondere Meisen) beim wiederholten Verfüttern großer Buchsbaumzünslerraupen an ihre Nachzucht beobachtet.

Schadwirkung und Schadbild

In vielen Gebieten, insbesondere im Raum Basel, tritt die Art vermehrt als Forstschädling auf. Bedeutende Schäden richtet der Buchsbaumzünsler auch in Privatgärten und öffentlichen Gartenanlagen an. Das Schadbild ist nicht zu verwechseln mit Buchsbaum-Erkrankungen, zum Beispiel dem Cylindrocladium-Triebsterben, dem Volutella-Zweigsterben und der Buchswelke. Die Raupen des Buchsbaumzünslers fressen zunächst die Blätter, anschließend auch die grüne Zweigrinde. An den Blättern befallener Pflanzen sind nur noch die Blattrippen oder der Blattstiel sowie Reste vertrockneten, hellbeigen Blattgewebes vorhanden. Dazwischen gibt es vereinzelt auch noch gesunde, grüne Blätter. Die ganze Pflanze ist von einem Gespinst umgeben. Hellgrüne Kotkrümel sind im Gespinst und unter der Pflanze sichtbar. Bei sehr starkem Fraß können einzelne Triebe oder gar die ganze Pflanze absterben. Meist treibt die Pflanze aber wieder aus.

Bekämpfung

Eine regelmäßige Kontrolle der Buchsbäume von März bis Oktober erlaubt eine frühzeitige Befallserkennung. Eine Bekämpfung mit Spritzmitteln sollte möglichst direkt und mit ausreichendem Druck erfolgen. Die biologische Bekämpfung der Larven auf Basis des nützlingsschonenden Bacillus thuringiensis ssp. kurstaki zeigte in einem Versuch der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) von 2012 eine hervorragende Wirkung. Entsprechende Präparate gibt es im Landwirtschafts- und Gartenfachhandel. Chemische Bekämpfungsmöglichkeiten gibt es in Form von Thiacloprid, was jedoch schädlich für Nutztiere wie z. B. Bienen ist; oder Acetamiprid. In Asien verwenden Bauern auch Niemöl zur Bekämpfung des Buchsbaumzünslers.Weitere Methoden zur Bekämpfung sind die Verwendung von Pheromonfallen oder Lichtfallen.Mittels Hochdruckstrahler und Auffangfolie können die Buchsbaumzünsler großflächig abgesprüht und aufgesammelt werden. Einige Hobbygärtner berichten, dass sie durch Zuhängen ihrer Buchsbäume mit Vogelschutznetz mit 10 mm Maschenweite schlüpfende Falter vom Abfliegen und andere Falter vom Eindringen in den Buchsbaum abhalten konnten. Zu Beginn der Epidemie hatte der Buchsbaumzünsler in Deutschland kaum natürliche Feinde. Mittlerweile wird vermehrt beobachtet, dass heimische Vogelarten wie Spatzen, Kohlmeisen und Buchfinken sowie mehrere Wespenarten befallene Buchsbäume gezielt aufsuchen und die Raupen verzehren. Haushühner fressen ebenfalls Falter und heruntergefallene Puppen.

Systematik

Eine aktuelle Studie zur Gattungszugehörigkeit des Buchsbaumszünslers legt nahe, dass dieser in die Gattung Cydalima zu stellen ist. Die Autoren nennen dabei zwei synapomorphe Merkmale, die Cydalima als monophyletische Gruppe kennzeichnen: 1. die Sklerotisation des Ductus bursae anterior des Ductus seminalis im weiblichen Genital und 2. ein weißer Fleck in der Discoidalzelle des Vorderflügels, der zum Teil in den braunen Vorder- oder Costalrand hineinreicht. In diesem Zusammenhang wird auch die monotypische Gattung Neoglyphodes Streltzov, 2008 mit Cydalima synonymisiert. Synonyme Phakellura perspectalis (Walker, 1859) Diaphania perspectalis (Walker, 1859) Palpita perspectalis (Walker, 1859) Glyphodes perspectalis (Walker, 1859) Neoglyphodes perspectalis (Walker, 1859)